Emile Faurie

Emile Faurie fasziniert mit Eleganz

Das hat jeder im Publikum sofort erkannt und jede Runde mit leidenschaftlichem Applaus honoriert. Was der Brite Emile Faurie da im Finale des Almased 59. Deutschen Dressur-Derby geleistet hat, war eine Vorführung feinster Dressurreiterei und Horsemanship höchster Güte.

Doch zunächst kurz zum Modus: Drei Reiter treffen sich am Derby-Sonntag, um im Kurz-Grand Prix mit Pferdewechsel den Gewinner des Blauen Bandes zu ermitteln, das dem Derby-Sieger umgelegt wird. Jeder Reiter tritt zunächst mit seinem eigenen Pferd an und muss anschließend noch das Pferd seiner Konkurrenten durch die Prüfung pilotieren – Vorbereitungszeit: fünf Minuten. Emile Faurie hatte schon im Vorfeld angekündigt: „Der Kniff ist, in der kurzen Zeit herauszufinden, wie ich mit dem fremden Pferd kommunizieren muss.“ Und genau das gelang dem 53-Jährigen im Almased 59. Deutschen Dressur-Derby in höchst beeindruckender Weise, und das obwohl er eigentlich drei fremde Pferde im vollen Dressurstadion von Klein Flottbek vorstellte, denn seine Escada hatte Faurie lediglich zwei Tage vor dem Derby „ein bisschen geritten“, lachte der Sympathische. Letztlich war es ein Durchmarsch. Faurie zelebrierte die Lektionen der Königsklasse mit allen drei Pferden gleichermaßen und übertraf sich von Runde zu Runde, stets elegant auf dem Pferd sitzend und auf feinste Art mit den Pferden in Kommunikation, eben ein Gentleman – mit Humor: „Das mach ich nie wieder, das war viel zu aufregend“, spaßte Faurie im Anschluss in der Presskonferenz. „Spaß beiseite, das hat riesige Freude gemacht und ich hab drei tolle, sehr gut ausgebildete Pferde hier reiten dürfen.“ Platz zwei im Almased 59. Deutschen Dressur-Derby ging an seine Arbeitgeberin Bianca Kasselmann, die mit Delatio das beste Pferd des Pferdewechsels ins Finale gebracht hatte: „Ich gönne es Emile von ganzem Herzen und freue mich genauso sehr, als hätte ich es selbst gewonnen.“ Überraschungsfinalistin Tatyana Kosterina (RUS) wurde Dritte, sie hatte mit ihrer charmanten Diavolessa v. den qualifizierenden Grand Prix gewonnen. „Ich hatte viel Spaß, bin sehr begeistert. Ich fand die Pferde toll, bin aber vor allem sehr stolz auf meine Stute, sie hat das verdammt gut gemacht und ich fand es toll, wie Emile sie geritten hat.“

Vor dem Almased 59. Deutschen Dressur-Derby waren die jüngsten und kleinsten Derby-Reiter dran im von Selleria Equipe präsentierten Deutschen Pony-Dressur-Derby für U16-Reiter. Hier siegte souverän die hochgewachsene Caroline Lass (Tempel) vor Christina Gränzdörffer (Düsseldorf) und Avena Siemers (Hamburg). Bestes Pony im Finale wurde Siemers’ Dresscode gefolgt von Gränzdörffers Golden Touch WE und Lass’ Westerhuis Jorik.

Ein erstes Resumee der Veranstaltung traf Derbychef Volker Wulff, der wahrlich strahlte: „Wir hatten sensationellen Sport, gestern mit dem Sieg zur Verabschiedung von Casall und dieses hohe Niveau im Dressur-Derby, besser geht es kaum und wir rechnen mit einem Besucherrekord, der an der 95.000 Zuschauermarke kratzen wird.”

(PM)

Foto: Thomas Hellmann