Dorothee Schneider & Santiago

Ein überragender Burg-Pokal-Sieger: Santiago von Dorothee Schneider

Sie waren bereits die deutlichen Sieger in der Einlaufprüfung des Nürnberger Burg-Pokal in der der Frankfurter Festhalle und auch im Finale waren sie einfach die Besten: Dorothee Schneider und der achtjährige Hannoveraner Wallach Santiago. Mit 78,902 Prozent lieferten sie das zweitbeste Resultat in der 24-jährigen Geschichte des Nürnberger Burg-Pokal. Höher war nur Nadine Capellmanns Elvis VA mit über 81,17 Prozent in 2004. “Ich bin ganz platt”, freute sich Schneider, die zum zehnten Mal das Burg-Pokal-Finale mit ritt. “Santi hat so eine tolle Leistung verbracht. Ich habe ihn erst seit einem Jahr und wir haben uns in dieser Zeit wirklich gefestigt. Er hat sich gestern und heute super konzentriert und seine ganzen Stärken ausgespielt.”

Auch Kommentator Christoph Hess war begeistert: “Das war heute weltklasse. Es war eine riesen Leistung. Santiago ist vom Allerfeinsten galoppiert. Er ist ein nobler Youngster mit viel Präsenz. Und Dorothee kann die Reaktionen der Pferde spüren. Sie hat ein unglaubliches reiterliches Gefühl.”

Matthias Bouten & Fräulein Auguste MJ

Matthias Bouten & Fräulein Auguste MJ

Ebenso übers ganze Gesicht strahlte Matthias Bouten. Der ehemalige Bereiter von Isabell Werth hatte einen unglaublichen Tag und wurde mit der Westfalen Stute Fräulein Auguste MJ Zweiter mit 75,317 Prozent sowie mit Dante Delux MJ Dritter (73,634 Prozent). Von Fräulein Auguste schwärmte Bouten ganz besonders: “Sie ist ein absolutes Traumpferd. Sie ist super intelligent und möchte nichts falsch machen.” Christoph Hess betonte, in welch fantastischer Weise Bouten die Stute vorgestellt hatte: “Das war nahezu perfektes Reiten.”

Bouten, der in der Festhalle Premiere feierte, fand auch für sein zweites Pferd Dante Delux, den achtjährigen Hannoveraner Hengst v. Danone I, lobende Worte: “Er ist hoch talentiert und hat eine super Perspektive. Aber im Handling ist er doch schwieriger als Fräulein Auguste. Er ist manchmal ein Macho.”

Matthias Bouten & Dante Delux MJ

Matthias Bouten & Dante Delux MJ

Während die weiter vorne platzierten Pferde konzentrierte Leistungen zeigten, gab es in diesem Jahr außergewöhnlich viele Finalisten, die sich von Nikoläusen und Co ablenken ließen. Dass viele Prüfungen unter 70 Prozent endeten, hatte daher nichts mit der eigentlichen Qualität zu tun, wie der Chefrichter der Prüfung, Dr. Dietrich Plewa, betonte: “Manche Pferde haben nicht zur gewünschten Losgelassenheit gefunden. Das waren äußere Umstände und hat nichts mit der grundsätzlichen Qualität des diesjährigen Feldes zu tun.”

Im kommenden Jahr feiert der Nürnberger Burg-Pokal sein 25. Jubiläum. Der Begründer der Serie, Hans-Peter Schmidt, erklärte, was er sich für das nächste Jahr an Veränderungen wünscht: “Wir denken darüber nach, die Altersgruppe der Pferde auf acht bis neun Jahre zu beschränken. Wir sagen ja immer ‘Reiten heißt Partner sein’ und haben den Eindruck, dass die siebenjährigen Pferde oftmals noch nicht so weit sind. Außerdem möchten wir die Veranstalter entlasten. Bei manchen Qualifikationen haben wir 20 bis 40 Teilnehmer. Wir überlegen, ob wir künftig zwölf Stationen haben und dort auch nur die besten zwölf Pferde nach der Einlaufprüfung in die Qualifikation gehen.”

Fotos: Karl-Heinz Frieler