Isabel Freese & Vitalis

Ein “Traumpferd” mit immer guter Laune siegt im Nürnberger Burg-Pokal

Der Nürnberger Burg-Pokal feierte in diesem Jahr ein großes Jubiläum, nämlich sein 25. Und als hätte man es nicht besser arrangieren können, war die Qualität im Finale durchweg überzeugend. So gut wie nie, da waren sich alle einig. Alle Finalisten waren über 70 Prozent. Das Siegerpferd kratzte sogar an der 80-Prozent-Marke. Vitalis v. Vivaldi/D-Day, ein neunjähriger KWPN Hengst, und seine norwegische Reiterin Isabel Freese ritten zu 79,220 Prozent. Die Reiterin ist aus dem Stall Schockemöhle, das Pferd im Besitz von Paul Schockemöhle. Und Isabel Freese bekam das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht: “Das ist der Wahnsinn! Ich bin total baff.” Der Dunkelfuchs, ein schicker Hengsttyp, ist ein Traumpferd, wie seine Reiterin sagte: “Er macht immer alles richtig bzw. versucht es. Er kämpft, er arbeitet und er hat immer gute Laune.” Im nächsten Jahr möchte man versuchen, den nächsten Schritt zu gehen, in den Louisdor-Preis. Da Vitalis in erster Linie Deckhengst ist, freut sich Freese, dass er ihr auch weiterhin reiterlich zur Verfügung steht.

Auch der Zweitplatzierte unter den elf Finalisten ist hauptsächlich im Deckeinsatz: Franziskus, achtjähriger Hannoveraner Hengst v. Fidertanz/Alabaster aus dem Besitz von Wilhelm Holkenbrink, und seine Reiterin Ingrid Klimke wurden mit 77,634 Prozent Zweite. Fünfjährig kam der Dunkelbraune in den Stall der Münsteranerin. Und – wie Klimke sagt – ist es der große Traum von den Besitzern und ihr, dass der Hengst in den großen Sport komme. Doch wer Franziskus kennt: Der Hannoveraner ist nicht immer der einfachste. “Zwischen Genie und Wahnsinn”, so Klimke. “Er ist ein Macho, der weiß, was er will.” Zumindest zeigte er in der Festhalle, zu was er in der Lage ist.

Auch Platz drei ging an Ingrid Klimke, diesmal mit der Rheinländer Stute Geraldine v. Fürst Grandios/Tolstoi. Die Achtjährige kam auf 76,951 Prozent und wurde von den Zuschauern sogar auf Rang eins gesehen. “Bei ihr dauerte es etwas länger, bis man ihr Potenzial erkennen konnte”, so die Münsteranerin. “Sie war sehr schüchtern, aber wir haben immer an sie geglaubt.”

Die Viertplatzierte in der Wertung, Jil-Marielle Becks, und Damon’s Satelite v. Damon Hill/Rubin-Royal, ein achtjähriger Westfalen Wallach, wurden mit 75,341 Prozent bewertet – aber gewannen auch den Preis für das beste Rückwärtsrichten. Für die 19-Jährige eine ganz besondere Anerkennung, wie sie erklärte: “Das hat mich riesig gefreut. Vor allem, weil wir quasi zusammen aufgewachsen sind. Damon’s Satelite wurde bei uns geboren, wir haben die erste Dressurpferde-A zusammen bestritten bis hin zur Euro. Wir haben so viel zusammen erlebt. Es ist ein Herzenspferd. Das macht uns alle sehr stolz.”

Stolz waren auch alle darüber, dass der Nürnberger Burg-Pokal in seinem nun 25. Jahr stattfand. Katrina Wüst, Chefrichterin in der Prüfung, erklärte: “Das ist ein Geschenk für uns alle. Der Burg-Pokal hat sich immer wieder in der Spitze gehalten.” Auch Isabell Werth betonte den Stellenwert dieser Serie für die sieben- bis neunjährigen Nachwuchspferde: “Wir haben sehr selten die Möglichkeit, junge Pferde in guten Prüfungen zu präsentieren. Hier wurde eine Lücke geschlossen. Die Aufgabe ist nicht zu leicht und nicht zu schwer, technisch ansprechend. Die ganze Welt beneidet uns um diese Möglichkeit.”

Deswegen kam die Nachricht des Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrats der Nürnberger Versicherungsgruppe, Hans Peter Schmidt, auch gut an: Er verkündete, dass es auf jeden Fall drei Jahre mit dem Nürnberger Burg-Pokal weitergehen wird.

Foto: Stefan Lafrentz