Doch noch ein Fragezeichen hinter Greg Brodericks Olympiastart?

Als sich der irische Chef d’Equipe Robert Splaine nach dem Nationenpreis in St. Gallen bereits auf seinen Einzelreiter für Rio festlegte – und zwar Greg Broderick mit MHS Going Global – gab es einige Diskussionen. Bertram Allen hatte diesen Einzelplatz für Irland überhaupt möglich gemacht, er hatte die wichtigen Punkte erritten, um einen Startplatz für die Nation zu bekommen – und viele erwarteten, dass man ihn auch schicken würde. Doch selbst Denis Lynch und Cian O’Connor stehen in der Weltrangliste noch weit vor Broderick, der sich allerdings in einer super Form zuletzt zeigte.

Nun steht allerdings doch noch ein kleines Fragezeichen hinter dem Start des 31-Jährigen in Rio. Wie die irische Zeitung Independent schreibt, gibt es Kontroversen bezüglich der Besitzerschaft des Pferdes. Pferde, so schreiben es die Olympischen Gesetze vor, mussten bis zum 15. Januar im Besitz der Nation des jeweiligen Reiters sein. Das Pferd ist wohl auch in Irland registriert, doch kam die Frage auf, ob zurecht. Besitzer, so meldet es die Zeitung, sind die Caledonia Stables, die ihren eigentlichen Sitz in Kanada haben. Auch andere Pferde der Caledonia Stables unter der Führung von Lee und Paul Krüger laufen unter kanadischer Flagge. Nun steht die Frage im Raum, ob das Pferd vier Jahre lang fälschlicherweise für Irland eingetragen war.

Ein Sprecher des irischen Reitsportverbandes allerdings wies diese Theorien ab. Niemand habe Einspruch eingelegt, außerdem seien die Auswahlkriterien anhand der Startberechtigung eines Pferdes erfolgt und dieses Pferd sei startberechtigt für Irland. Morgen ist die Deadline für die Longlists, Irland darf drei Reiter nominieren für den Einzelplatz, und dann wird die FEI die Startberechtigungen überprüfen.

Unterdessen äußerte sich der Reiter gegenüber The Irish Field bei der Dublin Horse Show, dass dankenswerterweise ihm das Pferd zusammen mit seinen Unterstützern gehöre. Ebenso äußerte sich Lee Kruger gegenüber Horse Canada, dass Greg Broderick an all ihren Pferden Anteile habe, und zwar jeweils zehn Prozent. Bei der FEI allerdings sind als Besitzer nur die Caledonia Stables eingetragen – allerdings mag auch hier ein Fehler vorliegen.