Die Siegermannschaft: Deutschland

Deutschland wiederholt seinen Vorjahreserfolg

Es war spannend bis zum Schluss im Mercedes-Benz Nationenpreis von Aachen – und am Ende jubelte Schwarz-Rot-Gold wie im Vorjahr. Das Team von Otto Becker war die einzige Mannschaft, die mit null Punkten aus beiden Umläufen kam. Jeweils das Streichergebnis: Marco Kutscher mit dem elfjährigen Oldenburger Wallach Clenur. Im ersten Umlauf hatte er zwölf Punkte, im zweiten vier. Dennoch war Marco Kutscher glücklich: “Ein riesen Kompliment an meine drei Kollegen. Ich konnte heute nicht so viel dazu beitragen, aber so ist das manchmal. Ich war eher der Part, der es etwas spannend gemacht hat. Aber immerhin war es besser so als wenn jeder einen Fehler hat.” Kritisch könnte der Steher von Kutscher am Wasser mit Clenur hinsichtlich der EM-Nominierung sein, doch Kutscher erklärte: “Er ist dieses Jahr schon sieben Mal Wasser gesprungen und davon fünf Mal auf Gras.” Auch Bundestrainer Otto Becker sieht die Sache gelassen: “Dass er beim zweiten Mal das Wasser gesprungen ist, war wichtig und auch seine souveräne zweite Runde.”

Hingegen perfekt die Runden von Marcus Ehning mit Pret a Tout, Aachen-Debütant Maurice Tebbel mit dem Westfalen Hengst Chacco’s Son sowie Geburtstagskind Philipp Weishaupt mit LB Convall, mit dem er im vergangenen Jahr den Großen Preis von Aachen gewann. Bundestrainer Otto Becker erklärte: “Wir hatten diesmal ein sehr gemischtes Team, aber ich hatte schon die ganzen Tage ein gutes Gefühl. Wir genießen das jetzt.” Marcus Ehning stimmte ein: “Das war ein super Tag heute. Wir sind ja dieses Jahr einige Paare weniger. Dass wir nun trotzdem den Erfolg vom letzten Jahr wiederholen können, freut mich umso mehr.” Völlig sprachlos über seine Doppelnullrunde war der 22-jährige Maurice Tebbel: “Ich kann es noch gar nicht realisieren. Hier überhaupt reiten zu dürfen – und dann noch den Nationenpreis. Wahnsinn. Ich habe keine Worte dafür!” Otto Becker zog den Hut vor dem jungen Reiter: “Es war berührend, dass er hier Doppelnull gegangen ist!” Die Nominierung für die EM möchte der Bundestrainer übrigens noch verschieben: Berlin und Hickstead sollen noch in die Bewertung einfließen.

Der geteilte zweite Platz ging an die USA und die Schweiz mit jeweils acht Punkten. Belgien, die mit der Schweiz und Deutschland nach dem ersten Umlauf noch fehlerfrei auf Rang eins lagen, fielen auf Rang vier zurück. Einen schweren Tag erlebten die Briten mit dem Ausfall des ersten Reiters: Guy Williams Titus stand kurz vor Beendigung des Parcours auf drei Beinen. Doch es gab Entwarnung aus der Klinik: “nur” eine Sehnenzerrung.

Foto: Stefan Lafrentz