Charlotte Dujardin

Der zweite Weltcup-Titel in Folge für Dujardin und Valegro – mit fast zehn Prozent Abstand

Nein, eine Überraschung war es wahrlich nicht, und doch war es für die Britin Charlotte Dujardin ein Traum, was da in Las Vegas beim Reem Acra FEI World Cup Final passierte. Zum zweiten Mal in Folge gewann die Olympiasiegern, Welt- und Europameisterin mit ihrem Valegro den Weltcup-Titel – und das mit beinahe zehn Prozent Abstand auf ihre nächsten Verfolger: Das Paar spielt einfach in einer anderen Liga. Mit 94,196 Prozent waren sie dicht an ihrem eigenen Kür-Weltrekord. Platz zwei ging an den Niederländer Edward Gal mit Glock’s Undercover (84,696 Prozent). Dritte wurde die Deutsche Jessica von Bredow-Werndl mit Unee BB (80,464 Prozent).
Auf Platz sechs landete Isabell Werth mit El Santo, der an diesem Tag vor dem Spotlight etwas Respekt hatte. 77,875 Prozent erhielten die beiden. Fabienne Lütkemeier und Qui Vincit Dynamis wurden mit 74,804 Prozent Zehnte.
Ein trauriges Ende hatte das Weltcup-Finale für den US-Amerikaner Steffen Peters, der mit Legolas 80,286 Prozent erhielt und damit Vierter gewesen wäre – doch er wurde nach der Prüfung disqualifiziert, weil auf der Seite des Pferdes etwas Blut gefunden wurde.
Nahe am Perfekten
Dass sich die Dressur im Laufe der Zeit verändert hat, ist nichts Neues mehr, die Dimensionen sind andere als früher, spätestens seit Edward Gal und Totilas – doch Charlotte Dujardin und Valegro setzen dem Ganzen eine Krone auf. Edward Gal bestätigte den Trend in der Dressur: “Als ich angefangen habe, waren 60 Prozent schon etwas, dann waren es 70 Prozent und später 80 Prozent. Aber nun sind 90 Prozent die neue 80! Um heute an der Spitze zu sein, muss man nahe dem Perfekten sein und mit den Pferden, die wir haben, kommen wir ganz dich daran ran.”
Ganz außer sich vor Freude über die Leistung von Valegro war die Siegerin Dujardin: “Valegro liebt seinen Job. Ich muss ihn zu nichts zwingen. Ich sitze nur, gucke und los geht es. Da ist kein Schwitzen, kein Pushen, kein Ziehen – er weiß, was er zu tun hat und das ist einfach nur fantastisch!” Auch bezüglich der enthusiastischen Zuschauer und der entsprechenden Geräuschkulisse hatte sie keine Bedenken: “Ich gehe nicht ins Viereck, um unter einer 10 zu bleiben – und Valegro lässt mich das tun. Wenn er etwas Angst bekommt, kann ich ihm zusprechen, er vertraut mit – aber er ist auch ein mutiges Pferd.”
Auch die Drittplatzierte, Jessica von Bredow-Werndl, strahlte am Ende überglücklich: “Das war heute eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Unee war etwas ängstlich als er das Licht auf der Trophäe sah und ich hatte dann gleich am Anfang ein paar Fehler. Da wusste ich, ich muss alles geben – und er einen richtig guten Job gemacht. Ich bin superhappy!”
Foto: Hippofoto – Dirk Caremans