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C’est la vie – Normandie… Stirbt die Hoffnung wirklich zuletzt?

Nein, so wirklich was verändert hat sich in der Normandie nicht. Ist eine Katastrophe beseitigt, folgt die nächste. Aber mittlerweile sind wir an dem Punkt angekommen, es einfach zu ertragen. Verändern können wir wohl wirklich nichts mehr. Und sehen wir es doch positiv: So haben wir uns doch ständig etwas Neues zu erzählen. In der Tat hat jeder eine neue Geschichte parat, jeden Tag. Etwas, was wieder nicht geklappt hat. Das ist immerhin der Unterschied zu den Dressurreitern, die uns nach jeder Prüfung das gleiche zu erzählen haben. „I’m happy with my horse“… – das dürfte der am häufigsten gefallene Satz in der Mixed Zone gewesen sein. „I’m very proud“ steht auch noch ganz hoch im Kurs.

Was also gibt es Neues an der Chaos-Front? Ein Toilettenproblem. Wer am Donnerstag in Haras Le Pin bei der Vielseitigkeit vor dem Rückweg (1,5 Stunden Fahrt) noch mal das stille (stinkende) Örtchen aufsuchen wollte, wurde lauthals gehindert: No, no!!! „It’s open again tomorrow!“ Oh, immer mal was Neues! Reicht ja auch, wenn man erst am nächsten Tag wieder gehen kann. Naja, immerhin gibt es im Gelände noch Alternativen. Dixie-Klos ohne Toilettenpapier oder die naturverbundenere Variante von Holzhäuschen, in denen Späne und Schaufel bereitstehen. Ach ja, und gestern war es dann ähnlich in Caen, im Hauptpressezentrum. Ähnliche Uhrzeit. Doch im Gegensatz zu Haras Le Pin war der Toilettenwagen nicht verschlossen, sondern ganz weg (mittlerweile ist ein neuer, größerer gekommen). Aber auch hier gibt es ja Alternativen, im Stadion. Löcher nämlich, im Boden. Deutsche Fans in der Bäckerei-Schlange erzählten, dass die allerdings morgens um neun schon verstopft sind. C’est la vie!

Bisher hatte ich selbst kein Problem mit den Shuttlen, doch warteten Journalisten aus Neuseeland, die extra für die Vielseitigkeit angereist waren, vergeblich auf ihren Bus am ersten Tag. Und einem amerikanerischen Kollege wurde am Medienshuttle-Punkt gestern morgen erzählt: „No media shuttles today!“ Er kam dann aber doch, der Shuttle. Besser so, als anders rum.

Und heute morgen passierte dann doch noch ein kleines Wunder: Angekommen in Haras Le Pin (Guten Morgen – der Wecker klingelte um 4:20 Uhr – gut aber, dass ich mich noch gestern Abend entschieden habe, den früheren Shuttle um 5:30 Uhr zu nehmen, denn der Kollege, der den um 7 Uhr wählte, steht jetzt – Ortszeit 9:15 Uhr – noch immer im Stau), mussten wir nicht mal den großen Berg zur Presse herunterlaufen, sondern ein Golf-Car schnappte uns alle auf. Und dann: In der Pressestelle ein Berg an Süßigkeiten – Mars, Snickers, M&Ms, Küchlein… Was will man eigentlich mehr? Merci sage ich! Wenn jetzt noch die Toilette den ganzen Tag funktioniert, könnte es ein richtig guter Tag werden im Cross! Keep the fingers crossed for all the riders and horses!