Aufregung in Luxemburg: Marcel Ewen fliegt aus der Mannschaft

Es gibt Unruhe im luxemburgischen Springteam. Marcel Ewen, Mitglied des Elitekaders und der Sportsektion der Armee, sollte ursprünglich nächste Woche bei der EM in Aachen mit im Team starten. Doch nun kam das plötzliche Aus für den 33-Jährigen. Francois Thiry, Präsident des nationalen Reitsport-Verbandes FLSE, begründete die Entscheidung damit, dass Ewens Pferd Orgueil Fontaine, mit dem er 2011 beim Hamburger Derby unglaublicher Dritter wurde, gesundheitlich nicht in Top-Form sei. Dem Wallach wurde nach vier Jahren mit monatelangen Aufenthalten in der Universitätsklinik in München ein Auge entfernt. Orgueil Fontaine erholte sich allerdings schnell, kam gut mit der neuen Situation zurecht, und sollte beim CSI3 in Polen in Chiekochinko Ende Mai an den Start gehen. Dort allerdings verletzte sich das Pferd am ersten Tag in der Turnierbox: Er hatte beide Vorderbeine unter der Trennwand durchgeschoben und versuchte sich, aus der misslichen Lage zu befreien, wobei er sich Wunden an beiden Vorderbeinen zuzuog. Anfang Juli war Orgueil Fontaine wieder fit und startete auf zwei Turnieren national, wo sich der 13-Jährige nach Aussage seines Reiters besser denn je anfühlte. Einem internationalen Start stand nichts im Wege. Doch in Fontainebleau Ende Juli zeigte Orgueil leichte Koliksymptome – noch am selben Tag kam Entwarnung. Noch während des Turniers konnte Orgueil wieder gesprungen werden, kam aufgrund der Behandlung aber nicht zum Einsatz. Anschließend kam es zu Unstimmigkeiten hinsichtlich der Sichtung für die Euro: Am ersten August-Wochenende sollte Ewen ein Turnier reiten. In Beervelde beim CSI2 bekommt das Paar kurzfristig einen Startplatz. Ewen möchte – um das Pferd kurz vor der EM nicht an die Grenzen zu bringen – das CSI2* reiten, während Nationaltrainer Marcus Wenz das CSI3* als Voraussetzung nennt. Nach einer Rücksprache von Wenz und dem Präsidenten Thiry soll dann am 10. August die Entscheidung getroffen worden sein, dass Ewen doch nicht zur Euro darf. Damit verzichtet Luxemburg bewusst auf einen vierten Starter und reist nach Aachen lieber zu dritt. Die Mitglieder der Springkommission seien vorab über die Entscheidung allerdings nicht informiert worden, so heißt es aus dem Stall Ewen. Die Enttäuschung beim Reiter, der sein Pferd in guter Form sah, sitzt jedenfalls tief.