Dorothee Schneider & Sammy Davis jr

Auf und Ab im deutschen Nationepreisteam

Die deutsche Mannschaft liegt nach drei von vier Reitern im heutigen Grand Prix, der erster Teil des Nationenpreises in Aachen ist, wie erwartet in Führung. Doch nicht alles lief, wie geplant… Den Anfang machte Dorothee Schneider mit dem San Remo-Sohn Sammy Davis Jr. – ihr Rio-Pferd Showtime ist verletzungsbedingt für die diesjährige Euro keine Option. Mit 74,529 Prozent legte die Mannschafts-Goldmedaillengewinnerin von Rio gut vor. “Als erster Starter ist es nicht immer ganz so einfach”, erklärte Schneider. “Aber jetzt fällt erstmal ein bisschen Druck ab.” Der elfjährige Rappe hatte bei seinem ersten Auftritt im Aachener Dressurstadion etwas die Luft angehalten, wie Schneider berichtete. “Er hätte ein bisschen mehr oben ran ziehen können. Er hat sich ein bisschen weggeduckt. Aber er war nicht richtig nervös, nur etwas selbstbewusster hätte er sein können.”

Enttäuscht war der zweite Starter im deutschen Team nach seinem Ritt, Hubertus Schmidt. Sein Trakehner Hengst Imperio blieb mit 71,371 Prozent deutlich unter seinen Möglichkeiten. Die Chancen auf einen Einsatz in Göteborg bei der EM nach der Reservistenrolle in Rio sind – vor allem nach dem Auftritt von Helen Langehanenberg im gestrigen CDI-Grand Prix – deutlich gesunken. “Das muss ich realistisch sehen”, so der 57-Jährige. “Wir haben einfach gute Paare. Ich habe mir das anders vorgestellt. Das war heute die Höchststrafe. Aber wir haben jetzt zwei Tage Pause und vielleicht können wir ja noch mal durchstarten. Wir gucken mal, wie es weiter geht.” Eine richtige Erklärung für das Summieren der Fehler hatte Schmidt nicht: “Eigentlich fühlte er sich richtig gut an. Im Trab ist er normal eine sichere Bank. Dass er da gleich am Anfang so einen Patzer hat, ist natürlich nicht gut für das Gesamtbild. Dann kommt das Äppeln im Schritt dazu und in den Piaffen hätte ich mir auch mehr gewünscht.”

Sönke Rothenberger & Cosmo

Sönke Rothenberger & Cosmo

Sönke Rothenberger folgte als Dritter in der Mannschaft von Monica Theodorescu. Mit dem zehnjährigen Cosmo wurden es 78,757 Prozent. Der Reiter aus Bad Homburg war jedoch auch nicht gänzlich zufrieden: “Das Pferd war in einer super Verfassung, aber der Reiter nicht ganz konzentriert.” In der Zick-Zack-Traversale ritt Rothenberger jeweils einen Galoppsprung zu viel. “Das hat richtig reingehauen”, so der 22-Jährige. Auch im Rückwärtsrichten gab es Abzug für das Paar. “Ich wäre schon gerne an die 80 Prozent rangekommen”, erklärte der Goldmedaillengewinner vom Vorjahr. “Ich habe dann heute aber auch etwas Druck verspürt, nachdem die Punkte bei den anderen vielleicht nicht so waren wie erwartet.”

Fotos: Stefan Lafrentz